Fragen-Aufkleber

Du hast diese quadratischen Aufkleber irgendwo in der Stadt gesehen und fragst dich, was dieses Gefrage soll?

Wir lieben Fragen! Und wir wollen lieber Fragen stellen als schon alle Antworten parat zu haben. Auch wenn das manchmal dazu führt, dass Dinge offen bleiben. Zweifel sollen Raum haben, damit Vertrauen tief verwurzelt wachsen darf. Und wer nicht fragt, bleibt dumm.

„Wer ist dieser Jesus?“ Das ist im Grunde die Frage, die uns alle irgendwie zusammengeführt hat. Und er selbst ist die Antwort auf die Frage. Ihn in eine unserer Schubladen zu stecken macht am Ende wahrscheinlich nicht so viel Sinn. Wir können dir erzählen, wie wir Jesus kennengelernt haben, wer er für uns jeweils geworden ist. Und wenn du uns fragst, wer Jesus ist, freuen wir uns und erzählen dir von ihm. Aber wenn du ihn kennenlernen willst, dann frag ihn selbst. „Jesus, wer bist du?“
Viele Menschen haben gar nicht groß eine Hoffnung oder eine Vision über „das vor Augen liegende“ hinaus. Der Himmel ist für sie halt das Blaue da oben. Und nachts kann man manchmal die Sterne sehen. Viele religiöse Menschen glauben an Himmel als „Leben nach dem Tod“ und vernachlässigen dann so ein bisschen das Leben davor. Das Himmelreich (auch „Reich Gottes“ genannt), von dem Jesus so viel gepredigt hat, ist jedoch viel näher dran – sowohl zeitlich als auch räumlich. Es soll sich in uns, um uns herum und zwischen uns ausbreiten. Es geht um eine neue Wirklichkeit, die sich inmitten dieser Wirklichkeit Raum schafft, die nach anderen „Regeln“ funktioniert, die ewiges Leben in die Vergänglichkeit bringt und die Utopie und Handlungsmaxime gleichzeitig bietet. Über „Himmel“ im Sinne Jesu zu lernen und in ihm zu leben, ist letztlich die große Aufgabe von Jesu Jünger*innen auf Erden.
Was machen wir damit, wenn Menschen nicht in die „traditionellen Geschlechterrollen“ reinpassen, die doch vor allem von der Kirche über so lange Zeit als zentral christlich verteidigt wurden? Wie gehen wir mit der Widersprüchlichkeit um, dass Gott anscheinend Mann & Frau für gut befunden hat, aber nicht jede*r da so einfach reinpasst? Das ganze in der Theorie zu diskutieren, ist dann natürlich das eine. Das andere ist zusammen Leben und Glauben zu teilen – no matter what.
Wir sind alle anders. Und das ist ein Geschenk Gottes. Wir sind Individuen und oft Individualist*innen. Jesus Freaks wollen „Einheit in Vielfalt“ (er)leben und feiern. Das ist aber oft leichter gesagt als getan. Denn es treffen dann nicht nur unterschiedliche Musikgeschmäcker oder Sauberkeitsstandards aufeinander, sondern auch Weltanschauungen, politische Positionen und Umgangstöne. Und das ist auch mal ganz schön anstrengend. Dann Gemeinschaft in Einheit zu erleben ist eine Herausforderung und ein Wunder. Wollen wir das?
Die Jesus Freaks haben bei manchen so‘ n bisschen ihren Ruf weg. Fundis und Sekte. Und hey, es ist ja auch einiges schräg gelaufen in der noch recht jungen Geschichte der Jesus Freaks. Was wir sagen können: Wir haben überhaupt keinen Bock wie eine Sekte zu funktionieren und hinterfragen uns da immer mal wieder selbst. Jede*r hat das Recht auf eine eigene Meinung (Menschenfeindlichkeit und Faschismus sind keine Meinung); jede*r kann jederzeit weiterziehen, austreten oder Abstand nehmen; manipulative Dynamiken sollen keinen Raum kriegen und wir erheben nicht den Anspruch die einzigen zu sein, die was verstanden haben. Wir folgen Jesus und an ihm hängt unser Herz. Aber wir lieben Austausch, Diskussion und Zusammenarbeit auch mit Menschen und Gruppen, die was anderes glauben und leben – wenn’s für nen guten Zweck ist! 😉
Messy-Mitbewohner? Fahrraddiebe? Sexisten? Mobbing-Ärsche? Den Chef? Neoliberalist*innen? Nazis? … Echt jetzt?!?
Religionen und Herrschende beanspruchen oft für sich „die Wahrheit“ zu besitzen. Und damit wurde auch im Laufe der Kirchengeschichte vieles an Unterdrückung gerechtfertigt bzw. überhaupt erst möglich. Darauf haben wir kein Bock! … Und ist am Ende nicht sowieso alles eine Frage des Blickwinkels? Ist nicht jede Realität letztlich ein soziokulturelles Konstrukt, egal wie faktisch sie uns daher kommt? Aber was machen wir dann mit „biblischen Wahrheiten“, die unsere Leben verändert haben? Die Frage nach „Wahrheit“ ist für uns (heutzutage) vielleicht eine eher nervige Frage. … Wir wissen jedenfalls, dass wir diese Wahrheit nicht besitzen wollen oder können. Denn wir glauben: Wahrheit ist eine Person.
Nächstenliebe (und Feindesliebe!!) als die größte alltägliche Herausforderung. Was es bedeutet, unsere Nächsten zu lieben, muss jede*r Jesusnachfolger*in selbst lernen. Geht es um milde Gaben oder um Respekt? Wer sind denn meine Nächsten – auch die, die ich gar nicht kenne? Ist Solidarität eine Art den Weg Jesu zu gehen? Wenn in der Bibel steht, wir sollen nach Gerechtigkeit streben – was meint das? Diese Dinge beschäftigen uns!
Wie gehen wir mit dem „Fremden“ um, das wir vielleicht erstmal gar nicht verstehen oder einordnen können? Wie offen sind wir nicht nur in unseren Worten, sondern in unserem Alltag? Haben wir überhaupt die Zeit für Neues? Und ganz allgemein: wie begegnen wir einander, wenn unsere Sprache nicht reicht? … Na ja, erstmal überhaupt aufeinander zugehen und fragen, wie’s läuft… oder? (Da steht übrigens „Wie geht’s dir?“ auf Arabisch. 🙂 )
wie soll man das Unfragbare in Worte fassen