Die Geschichte der Jesus Freaks

1991 trafen sich in einem Hamburger Wohnzimmer 3 Leute, die eines verband:
Sie hatten Bock auf Jesus, von dem sie glaubten, dass er vor zweitausend Jahren nicht nur gestorben, sondern auch auferstanden ist und somit auch heute noch lebt und ein unmittelbares Interesse an den Menschen hat.
Auf diesen Jesus, waren sie abgefahren und wollten ihn unbedingt in Aktion erleben. In diesem Wohnzimmer fingen viele von uns das erste Mal ohne Hemmungen an zu beten. Wir waren vor Gott einfach so wie wir sind und wollten alles von ihm, was er für uns hatte. Die meisten Leute, die dann später zu unserem Treffen hinzustießen, kamen, weil sie an Jesus glaubten, aber in Ihrem Leben oft nicht in ihrer Art angenommen und akzeptiert wurden. Der Jesus, den man in der Bibel findet ist krass. Er nahm kein Blatt vor den Mund und kritisierte alles, was ihm nicht gefiel, und doch wurde jeder von ihm angenommen und geliebt.

Wir fragten Ihn: ”Können wir so sein wie wir sind und trotzdem radikal mit Dir leben? Wie könnte unsere Gemeinde aussehen? Wie könnten Dinge wie Gottesdienst, Predigt, Anbetung für uns gestaltet werden?”

Die erste Antwort kam recht unerwartet: Was wir erlebten, war eine so spürbare Gegenwart von Gott, dass es uns alle umhaute. Jesus war so real anwesend, dass man das Gefühl hatte, man könne seine Hand ausstrecken und ihn berühren.
In dieser Zeit passierten viele Wunder. Fast alle Gebete wurden erhört. Viele hörten schlagartig auf Drogen zu nehmen, weil sie so abgefüllt waren mit Jesus. Er tat das, um erst einmal klar zu machen: ”Ich finde die Idee gut, sie ist von mir, ich will euch segnen, ich liebe euch, so wie Ihr seid.”

Wir probierten einiges aus, um herauszufinden, wie man noch Gottesdienst feiern kann, fernab von Orgeln, Liturgien und verstaubten Ritualen. In der Hamburger Szene sprach sich `rum, dass sich da diese Freaks treffen, die auf Jesus stehen und so bekamen wir Besuch von Leuten aus den verschiedensten Jugendkulturen. Die meisten spürten jedoch, dass da etwas abging, was sie nicht erklären konnten und kamen wieder. Das Treffen, dem wir den Namen ”Jesus-Abhäng-Abend” gegeben hatten wuchs enorm. Nachdem Nachbarn drohten uns aus der Wohnung zu schmeißen, wenn wir weiterhin mit 25 Leuten nachts um ein Uhr das ”Vater Unser” beten, zogen wir über eine Zwischenstation in ein Café ins Schanzenviertel in Hamburg. Dort wuchs die Gruppe bis 1994 auf bis zu 200 Leute pro Abhängabend heran. Mittlerweile war die ganze Sache schon eine Art Gemeinde und wir tauften und verheirateten sogar einige Leute. Viele Freaks entschieden sich dort, ein neues Leben mit Jesus anzufangen.

Im Laufe der nächsten Jahre nahm die Arbeit Ausmaße an, die über die Grenzen Hamburgs hinaus gingen. Überall aus dem Land bekamen wir plötzlich Post von Freaks, die dieselbe Idee hatten, sich aber nie trauten sie umzusetzen. In kürzester Zeit schossen Jesus Freak Gruppen wie Pilze aus dem Boden. Wir beschlossen, dass wir, die wir zwar alle aus verschiedenen Städten kamen und dort arbeiteten enger zusammenrücken müssen und dass die Vision, die wir hatten, nämlich eine Jesus Bewegung in Europa, nur gemeinsam zu bewerkstelligen war. Daraufhin wurde Jesus Freaks International gegründet, als offizieller Zusammenschluss der Bewegung. Einmal im Jahr findet das Freakstock Festival statt, wo wir uns alle treffen und zusammen mit Jesus feiern

Seitdem es die Jesus Freaks gibt, haben viele Leute den auferstandenen Jesus kennengelernt. Wir selber sind durch Höhen und Tiefen gegangen. Der Weg mit Jesus, als Gruppe, Gemeinde und Bewegung, ist nicht einfach, erfordert immer wieder Umdenken und Veränderung. Aber solange wir dazu bereit sind, und uns vom Heiligen Geist leiten lassen, wird es immer weitergehen, und wir werden an das Ziel kommen, was Gott für uns hat.

Jesus-Freaks-Bewegung

 

Unsere Geschichte

Die Jesus Freaks existieren seit rund 20 Jahren. Angefangen hat die Bewegung in der Hamburger Anarcho- und Punk-Szene. Weil ein paar Jungs das Gefühl hatten, dass ständige Gesellschaftsverweigerung nicht alles sein konnte, und sie auf der anderen Seite aber auch spürten, dass es mehr geben muss als ein Leben mit Kommerz und Abhängen, setzten sie sich zusammen, um diesem Gefühl nachzugehen. Dabei machten sie das, was man eine Gotteserfahrung nennt. Und sie begriffen, dass dieses Gegenüber namens Jesus, das Ihnen begegnet war, auch in Zukunft Kontakt zu Ihnen haben wollte. Also begannen sie etwas für sie vollkommen Seltsames zu tun: Sie feierten
Gottesdienste – wenn auch nicht im klassischen Gewand. Das sprach sich schnell herum und irgendwie wollten noch andere Szene-Vertreter bei den Jesus-Treffen mit dabei sein. So wuchs die Gruppe rasant an, so dass man sich kurze Zeit später entschied, eine eigene Gemeinde zu gründen.
Inzwischen gibt es um die 100 Jesus Freaks-Gemeinden weltweit und neben Jugendliche gehören inzwischen auch ältere Semester mit Familien zu dieser Bewegung. Dieses Wachstum hat dazu geführt das die Jesus Freaks Bewegung inzwischen in allen Szenen anzutreffen ist. So lassen sich Jesus Freaks nicht mehr einer bestimmten Szene zuordnen. Ein Jesus Freak zu sein ist keine Frage des Stils, sondern eine Frage des Herzens. So besteht die Jesus Freaks Bewegung heute nach dem Motto »Come as you are« aus Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichsten (Jugend-)Kulturen, die ein Faible für Jesus haben und denen Konventionen nicht so wichtig sind.
Diese Vielfalt, in der die unterschiedlichsten Menschen- und Weltbilder aufeinanderstossen, ist herausfordernd, aber auch bereichernd. Denn in einer Welt, in der unterschiedliche Menschen meist nur in Konkurrenz gegeneinander kämpfen, ist es den Jesus Freaks ein elementares Anliegen Einheit in Vielfalt zu leben.
In der Charta der Jesus Freaks – die aus dem Konzil vom Mai 2007 hervorgegangen ist – sind die wichtigsten Grundsätze der Bewegung zusammengefasst.